Album: Tausend Momente Manchmal stehst du wie gelähmt

Manchmal stehst du wie gelähmt

nach Matthäus 26, 41

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Du warst hier viel zu lange nicht mehr drin.
Spinnenweben hängen voller Staub.
Im Erdgeschoß das unbeheizte Zimmer
willst du verbergen
am liebsten für immer.
Manchmal stehst du wie gelähmt
vor einem weggesperrten Teil in dir.
Die alten Möbel stehen kreuz und quer.
Umzugskisten gammeln vor sich hin.
Gestank von kaltem Much und feuchtem Schimmel
willst du verbergen
erst recht vor dem Himmel.
Manchmal stehst du wie gelähmt
vor einem weggesperrten Teil in dir.
Du weißt, du musst da rein
nur du, du ganz allein.
Wann öffnest du die Tür?
Auch lebt hier keiner, ist es doch bewohnt,
Totenstille schüttelt dir die Hand.
Was hier mit dir geschah vor vielen Jahren,
willst du verbergen,
darf niemand erfahren.
Manchmal stehst du wie gelähmt
vor einem weggesperrten Teil in dir.
Du weißt, du musst da rein
nur du, du ganz allein.
Wann öffnest du die Tür?
Die Klinke an der Tür
ist mir nicht zu hoch,
ist mir nicht zu weit,
doch seit jener Zeit
bin ich zu schwach dafür.
Wann öffnest du die Tür?
Manchmal steh ich wie gelähmt
vor einem weggesperrten Teil in mir.
Ich weiß, ich muss da rein
nur ich, ich ganz allein.
Du öffnest mir die Tür.
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