Vor Jahren warst du jung,
ein Adler, frei und stark.
Ins Netz bist du geflogen,
das freundlich hat gelacht.
Gebote ignoriert.
Gewissen Dreck beschmiert.
Versperrt hat sie den Fluchtweg,
als Unrecht hingestellt.
Wie kann dein Leben gelingen?
Wie bleibt das Todesnetz leer?
Lähmt doch Sünde deine Schwingen,
stürzt dich ins feurige Meer.
Das Mutterherz verletzt,
vom Schmerz zum Kampf gehetzt.
Aus Worten hart wie Felsen
entwuchs kein Heil für dich.
Dein Vater sah das Netz,
als du dich noch belogst.
Sein Brief an dich, das Papier
von Tränen zart gewellt.
Wie kann dein Leben gelingen?
Wie bleibt das Todesnetz leer?
Lähmt doch Sünde deine Schwingen,
stürzt dich ins feurige Meer.
Du trugst des Vaters Brief
ins kalte, weiße Land.
Wo keine Knospen treiben
auf ewig Winter ist.
Noch heute fragst du dich,
gespalten bis ins Mark,
warum du nicht gegangen,
noch da geblieben bist.
Wie kann dein Leben gelingen?
Wie bleibt das Todesnetz leer?
Lähmt doch Sünde deine Schwingen,
stürzt dich ins feurige Meer.
Wie kann dein Leben gelingen?
Wie bleibt das Todesnetz leer?
Gottes Wort halt fest in Händen,
folg ihm ans gläserne Meer!