Schutzbastion

nach Psalm 90, 12

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Als Kind verstand ich leben,
als würd’s kein Ende geben.
Stand an keinem off’nen Sarg,
der ‘nen lieben Menschen barg.
Ich kann mich nicht erinnern
an meine Urgroßeltern.
Ihre Namen weiß ich nicht.
Ihre Reihe hielt nicht dicht.
Jede ält’re Generation steht hinter dir als Schutzbastion.
Immer wenn mein Leben jährt,
sich mein Herz in Panik wehrt
beim Blick durch viele Reihen,
die hinter mir schreien.
Und mit jedem neuen Jahr
kommt die Angst mir viel zu nah,
dass Reihen sich jetzt lichten,
dem Leben entpflichten.
Mit dreißig fing’s an leise,
dass mancher ging auf Reise.
Übrig blieb ein leerer Platz,
fand bisher auch kein’n Ersatz.
Ich wusste nicht, dass Gräber
im Herzen Gräben graben.
Tief, tief schmerzt der Spatenstich
hinter mir. Vermisse dich.
Jede ält’re Generation steht hinter dir als Schutzbastion.
Immer wenn mein Leben jährt,
sich mein Herz in Panik wehrt
beim Blick durch lichte Reihen,
die hinter mir schreien.
Und mit jedem neuen Jahr
kommt die Angst mir viel zu nah,
dass Reihen sich entsagen,
ihr Ende beklagen.
Gesunde Jahre ziehen
vorbei, als ob sie fliehen.
Schneller als man es versteht,
kalter Wind im Rücken weht.
Ich hatte keine Ahnung,
dass Sterben ist ‘ne Warnung,
klug zu werden an mir selbst.
Sehnsucht nach Erlösung wächst.
Geht die letzte Generation, in Trümmern liegt die Schutzbastion.
Immer wenn mein Leben jährt,
sich mein Herz in Panik wehrt
beim Blick durch leere Reihen,
die hinter mir schweigen.
Und mit jedem neuen Jahr
kommt der Tod mir viel zu nah.
Ich sehne mich nach Leben,
das nur Er kann geben.
Hinter jeder Generation steht Gott als feste Schutzbastion.
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